Letzte Änderung: 17.07.2009

Thema Schule
Integration

5p- Info-Brief 2009

Leserbrief zum Thema Integration (Bremen)

Für den Infobrief 2009 hatte die Redaktion um Leserbriefe gebeten in denene Erfahrungen zum Thema "Integration" geschildert werden.

Also für uns war und ist die Integration das Allerwichtigste überhaupt und dafür werde ich auch weiterhin kämpfen

Kim wurde 10 Jahre kooperativ beschult, und war vorher in einem integrativen Kindergarten. (siehe auch "Persönliche Seiten: Kim" ). Für Sie gab es nichts Besseres - es war bisher unsere schönste Zeit. Heute ist sie in einer Tagesförderstätte. Zu Anfang ging auch dort alles gut, dann ergaben sich langsam aber stetig immer neue Probleme. Kim legt Verhaltensweisen an den Tag, die im normalen Umfeld (zuhause und in Freizeiten) nicht stattfinden. Wir und auch ihre dortigen Betreuer führen dies darauf zurück, dass sie schlicht unterfordert ist. In dieser Tagesförderstätte werden außer Kim nur schwerstbehinderte Menschen betreut. Ein richtiges Gruppengeschehen, in dem Kim sich einbringen könnte und in dem sie auch gefordert wäre, kann nicht stattfinden. Die fallweise Einzelbetreuung, die sie anstatt dessen erhält, greift nicht. Da kann auch Schwimmen, Reiten und eine Musikgruppe nicht helfen, sie hat immer nur ihre Betreuer als Ansprechpartner, die für sie so wichtigen sozialen Kontakte zu ihren Mitstreitern gibt es nicht. Ein Mitarbeiter sagte schon, sie würde seelisch verkümmern. Wir suchen dringendst eine andere Möglichkeit für sie. Ich frage mich auch, warum diese Sondereinrichtungen immer so isoliert sein müssen. Mit Normalität hat das nichts mehr zu tun, sondern mit Ausgliederung.

Wir können nur froh sein, dass wir noch 10 Std/Woche Eingliederungshilfe bekommen. An diesen zwei Nachmittagen wird Kim von zwei jungen Frauen begleitet und sie gehen Einkaufen, Schwimmen, in einen Indoorpark, ins Kino, Eisessen, usw. Sie ist dann im wirklichem Leben und fühlt sich sauwohl.

Zur Zeit starte ich gerade ein neues Projekt in Bremen: einige Eltern möchten eine Wohngemeinschaft gründen in denen unsere Kinder so normal wie möglich leben können. Mal sehen ob es was wird,

Kim's Mutter Ute (2009)