Letzte Änderung: 13.09.2008

Vereinfachte Gebärdensprache

5p- Info-Brief 1998/3

Zusammenfassung eines Seminars für Eltern und Erzieher, Referentin war Fr. Belli, die Schulleiterin der Haslachmühle, einer Heimschule für nichthörende geistig behinderte Kinder. Diese Schule war maßgeblich an der Entwicklung einer einfachen Gebärdensprache für geistig- und mehrfachbehinderte Kinder beteiligt. Niedergelegt ist diese Gebärdensprache in dem Buch "Schau doch meine Hände an".

Der Kurs war thematisch folgendermaßen unterteilt:

Die Wurzeln der vereinfachten Gebärdensprache liegen in der Gehörlosenpädagogik. In der Anwendung in den Einrichtungen für geistig Behinderte entstanden bald eigene Gebärdensammlungen mit jeweils aus dem Alltag der Einrichtung entstandenen Gebärden. Das führte beim Wechsel der Einrichtungen jeweils zu großen Problemen für die betroffenen behinderten Menschen. In der Zwischenzeit wurde eine Zusammenführung und Vereinheitlichung der Gebärdensammlungen vorgenommen. Das Ergebnis ist in dem Buch "Schau doch meine Hände an" zusammengefasst. Alle verwandten Grundgebärden sind im wesentlichen in Deutschland einheitlich, abstrakte Gebärden werden teilweise noch unterschiedlich angewandt.

Zielrichtung des Einsatzes von Gebärden ist

Als Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz der Gebärden werden angegeben:

Bei den Grundgebärden wird darauf geachtet, dass viele mit einer Hand, möglichst unter Beachtung der eingeschränkten Feinmotorik der Behinderten ausgeführt werden können. Sie sind gerichtet auf das "Dreieck" Kopf-Brust-Oberkörper. In diesem Bereich werden sie am besten wahrgenommen, in diesem Bereich können sie am besten ausgeführt werden.

Gebärden sind mehr als die Lautsprache. Beim Gebärden wird der "ganze Körper" eingesetzt. Gestik und Körpersprache sind sehr wichtig. Gebärden sind daher auch eine "ehrliche" Sprache. Sie drücken Gefühle aus. Gebärden, Mimik und Ehrlichkeit sind als Einheit zu sehen.

Die Gebärdensprache ist so strukturiert, dass Handlungen in einzelne Abläufe untergliedert werden müssen. Beim Gebärden müssen einfache Sätze überlegt, die Grammatik der zusätzlich verwendeten Lautsprache muss angepasst werden. Komplexe Zusammenhänge werden im Dialog durch Nachfragen klargelegt.

Bevor mit Gebärden gearbeitet werden kann, muss das Interesse des Kindes an den Händen geweckt werden. Durch Massage, Handpuppen usw. kann die Konzentration /Aufmerksamkeit auf die Hände gelenkt werden.

Die Auswahl der Gebärden orientiert sich am Kind. Ansätze von Gebärden die die Kinder zeigen sollen verstärkt werden, um dem Kind deren Bedeutung zu zeigen.

Zur Vorbereitung sollte der Tagesablauf und immer wiederkehrende Alltagsabläufe strukturiert und durch Gebärden begleitet werden. Zuerst wird die Gebärde dem Kind angeboten. Die aktive Übung durch das Kind kommt später.

Empfohlen wird mit wenigen Gebärden (4-5) zu beginnen.

Literatur zum Thema.

Agnes